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Gedenkstätte Ahlem

Verantwortlicher Autor: Kurt Lehberger Hannover, 01.10.2026, 18:58 Uhr
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Außenbereich der Gedenkstätte
Außenbereich der Gedenkstätte  Bild: Kurt Lehberger

Hannover [ENA] Moritz Simon war der Gründer der Gartenbauschule. Er wurde am 27. November 1837 in Hannover geboren. Im Register der Synagogengemeinde steht der Vorname Moses, er wählte selbst die germanisierte Form Moritz. Im Jahr 1892 kaufe er das Grundstück in Ahlem.

Am 2. Juni 1893 wurde die Schule mit neun Auszubildenden eröffnet. Von Anfang an war Ahlem auf finanzielle Unterstützung angewiesen, wobei Simon der großzügigste Spender war. Am 29. Januar 1905 starb er nach einem Unfall. Die Gartenbauschule war besonders in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg eine wichtige Institution für junge Juden und Jüdinnen. Jedes zweite Kind kam aus dem österreichischen Galizien, aus Russland, Rumänien oder auch aus Palästina. Umgekehrt wanderten ausgelernte »Ahlemer« in Länder der gesamten Welt aus. Der 1903 gegründete »Verein ehemaliger Ahlemer« besorgte den Informationsfluss zwischen der Schule und ihren Absolventen. Oft blieben die weitverzweigten Kontakte bestehen.

Schon vor der Machtübernahme des NS-Regimes 1933 suchte mehr als die Hälfte der ausgebildeten jungen Leute eine berufliche Perspektive außerhalb von Deutschland, vor allem in Nord und Sudamerika sowie Palästina. Vom Jahre 1933 an, als die Nazis die Macht ergriffen, bot das Schulgelände jüdischen Kindern und Jugendlichen Zuflucht und Schutz auf Zeit. Durch unzählige Handlungen schob das NS-Regime bald nach der Machtübertragung am 30. Januar 1933 Jüdinnen und Juden in das gesellschaftliche Abseits. Hetze und Gewalt, Boykott und Entlassungen grenzen sie aus dem öffentlichen Leben aus.

Wand der Namen Von 1941 bis 1945 missbrauchten die Nationalsozialisten und ihre Mittäter die israelitische Gartenbauschule für ihre Verbrechen. Von hier aus schickten sie Jüdinnen und Juden aus den Regierungsbezirken Hannovers in den Tod. Die Gestapo-Außenstelle in Ahlem verantwortete den Tod von Zwangsarbeiter*innen. Mindestens 59 Menschen wurden auf dem Gelände selbst hingerichtet. Viele sahen keinen Ausweg und nahmen sich das Leben. Nach der angeordneten Schließung der Schule im Juni 1942 richtete die Geheime Staatspolizei im Oktober 1943 hier ihre Büros ein. Nach der Machtübertragung 1933 hatte das NS-Regime die jüdischen Bürgerinnen und Bürger durch immer schärfere Verfolgungsmaßnahmen zur Flucht ins Ausland gedrängt.

Nach der angeordneten Schließung der Schule im Juni 1942 richtete die Geheime Staatspolizei im Oktober 1943 hier ihre Büros ein. Nach der Machtübertragung 1933 hatte das NS-Regime die jüdischen Bürgerinnen und Bürger durch immer schärfere Verfolgungsmaßnahmen zur Flucht ins Ausland gedrängt. Im Oktober 1941 änderte das Regime seine Politik und verbot die Auswanderung. Jetzt begann die Deportation in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager. Zahlreiche Sonderkurse bereiteten auf die Emigration vor. Im Jahr 1939, als das NS-Regime den Zweiten Weltkrieg begann, wohnten in Ahlem 250 Lernende in der Schule- Im Herbst 1941 wurde die Schule geschlossen. Nun diente das Schulgelände der Gestapo als Sammelstelle für die Deportationen.

Im Dezember 1941 bis Januar 1944 wurden ca. 2.200 Kinder, Frauen und Kinder deportiert. Insgesamt wurden 2.174 Juden, darunter 277 Ahlemer, in die Ghettos Riga, Warschau, Theresienstadt und das KZ Auschwitz deportiert. Außerdem nutzte die Gestapo ab Mitte Juli 1944 das Haupthaus als Gefängnis für mehrere hundert Häftlinge, hauptsächlich Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Im März 1945 wurden von der Gestapo mindestens 59 Häftlinge in die ehemalige Laubhütte hingerichtet. Am 10. April 1945 werden die Gefangenen von den Alliierten befreit. (Die Texte sind teilweise den Tafeln in der Ausstellung entnommen.)

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