Freitag, 24.01.2020 01:04 Uhr

Schadstoff Radon im Gebäude

Verantwortlicher Autor: Friedrich Scheuerecker Deutschland, 16.01.2020, 13:12 Uhr
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Deutschland [ENA] Ist es gefährlicher, mit dem Handy zu telefonieren oder neben einem Mobilfunkmast zu stehen? Was ist Radon und wie gefährlich ist es? Diese und andere Fragen hat das BfS (Bundesamt für Strahlenschutz) für die Studie „Was denkt Deutschland über Strahlenschutz?“ gestellt. Das BfS interessiert, was die Deutschen über die Strahlung wissen, um zu entscheiden, wo noch mehr Aufklärung von Nöten ist. Ein Ergebnis der Studie:

Die Gesundheitsgefahr von Radon, das nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs ist, wurde von sehr wenigen Personen (22,9 Prozent) als hoch eingestuft. Radon ist aber die größte Strahlenquelle für die durchschnittliche jährliche Strahlenbelastung. Um das Bewusstsein und damit den Schutz vor Radon in Deutschland zu verbessern, haben BMU und BfS bereits erste Maßnahmen wie zum Beispiel den Radonmaßnahmenplan ergriffen.

Der Radonmaßnahmenplan enthält Ziele für die Bewältigung der langfristigen Risiken der Exposition gegenüber Radon in Aufenthaltsräumen und an Arbeitsplätzen in Innenräumen. Er ist Bestandteil des neuen Strahlenschutzrechtes, das seit dem 31.12.2018 in Kraft ist und beispielsweise Regelungen zum Schutz vor dem natürlich vorkommenden radioaktiven Edelgas Radon, zu Radioaktivität in Bauprodukten sowie zur Bewältigung radiologischer Altlasten enthält. Er sieht auch vor, dass die Länder Radonvorsorgegebiete auszuweisen haben.

Festzulegen sind die Gebiete, in denen zu erwarten ist, dass die Radon-Aktivitätskonzentration in einer beträchtlichen Zahl von Gebäuden mit Aufenthaltsräumen oder Arbeitsplätzen den Referenzwert von 300 Becquerel je Kubikmeter überschreitet. Fachleute sind sich aber auch einig, dass aus dem Radonpotential nicht grundsätzlich auf die Radonkonzentration im Innenraum eines Hauses geschlossen werden kann. Ergänzend zu den rechtlichen Vorgaben plädieren diese zur breiten Information der Bevölkerung, Initiierung von Messkampagnen und dem Konsens, dass Messungen nötig sind um zu prüfen, ob ein erhöhtes Risiko vorliegt.

Bundesamt für Strahlenschutz lässt in Wohnhäusern messen

Um den Überblick über die Radon-Konzentrationen in Wohnungen in Deutschland zu verbessern, lässt das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) Messungen in zufällig ausgewählten Haushalten durchführen. Das radioaktive Gas Radon entsteht im Erdreich und kann von dort unbemerkt in Innenräume gelangen. Die Studie des BfS soll die bundeseinheitliche Datengrundlage hierfür weiter ausbauen. Für die Studie sollen in 6.000 zufällig ausgewählten Wohnungen zeitgleich Radon-Messgeräte aufgestellt werden.

Die Studie verbessert zum einen das Wissen darüber, wie viele Haushalte von erhöhten Radon-Werten betroffen sind. Zum anderen liefert sie Vergleichsdaten, um zu einem späteren Zeitpunkt die Entwicklung der durchschnittlichen Radon-Konzentration in Wohnhäusern beurteilen zu können.

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